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Schöne Apps, Teil 1: Die H&M iPhone App

Quelle: apple.com

Wer kürzlich in den Top-Charts des Apple App Store gestöbert hat, dem dürfte die H&M App aufgefallen sein. Ich habe sie mir geladen und auf der Rückfahrt vom Büro im Bus getestet. Folglich rechnete ich mit Problemen das Ladeverhalten betreffend – und wurde sehr positiv überrascht.

Aber der Reihe nach:

 

Look & Feel

H&M fährt seit Jahren eine interessante Marken-Strategie, die zweigleisig zu funktionieren scheint. Für High-Potential-Stammkunden („Fashionistas“) gibt es ein Magazin, eine Art Online-Shopping-Club und sehr hochwertig inszenierte Fashion-Fotos. In den Läden geht es oft etwas bodenständiger zu, und die Preisstrategie setzt nach wie vor primär auf günstige Klamotten. Jedoch findet sich auch hier ein Anteil High-End-Produkte (z.B. von Karl Lagerfeld).

Die App setzt die hochwertige Strategie fort: Glossy Interface, hochauflösende Mode-Fotografie, ein anspruchsvoll variiertes Layout, verschiedene Teaser und gut gemachte Videos. Ich würde mich definitiv nicht als Fashionista bezeichnen. Trotzdem war ich begeistert von den Fotos, dem Sortiment und der Präsentation der Kollektion. Auch beim beim Reinzoomen wurde ich nicht enttäuscht: Bis auf die Nähte zu schauen, ist gar kein Problem!

Konzept

Auch das Konzept nimmt den Mode bewussten Nutzer ernst. Es präsentiert nicht nur Pullover, Röcke und Hosen, sondern enthält verschiedene Tools zur Unterstützung des Outfit-Building. So kann man aufrufen, womit ein Teil gut kombinierbar wäre und welche Teile aus dem aktuellen Sortiment auf dem Foto noch sichtbar sind. Ein Klick, und man ist beim Kombinationsteil angelangt. Eine nicht zu unterschätzende Funktion, denn das Sortiment ist einfach riesig. Hierbei hilft auch eine sehr erwachsene Such- und Filterfunktion, die nach Anlass („Büromode“), Farbe, Geschlecht, Kleider-Art und Angebotsstatus („Sale“) sortieren lässt.

Die App fungiert nicht nur als Einkaufsberater und Katalog, sie ist als kompletter Shop angelegt. Es gibt ein Postfach, eine Orderliste, eine Bestell-Verfolgung und die Möglichkeit zur Bezahlung mittels einmaliger monatlicher Gesamtrechnung. Zum ersten Mal war ich geneigt, tatsächlich mobil einzukaufen. Bei den Preisen von H&M und der bekannten Passform macht das tatsächlich Sinn.

Technische Qualität

Gleich vorneweg: Die Performanz der App ist der Hammer. Meine Busfahrt zur Arbeit ist gewöhnlich von durchwachsener Internetverbindung geprägt. An manchen Stellen macht nicht einmal googeln Spaß. Die Schweden scheinen einen eigenen Draht zu haben – ich habe während der gesamten Busfahrt problemlos von Modefoto zu Modefoto gesurft. Verfügbarkeiten der Kleider werden bis auf die Farbe und Größe genau angezeigt. Die Videos ließen sich zügig laden. Kein Hänger, nirgendwo. Und das bei der Bildmenge und -qualität! Hut ab!!

Unter Mein H&M / Einstellungen / Mehr zur App ist eine Liste der verwendeten Lizenzen und Tools zu finden. Unter anderem wird mit Apache 2.0, Apple Reachability und SDURLCache gearbeitet. Daumen hoch!

Fazit

Erstaunlich, welche Funktions-Fülle in eine App geht, ohne zu nerven, zu verwirren oder unübersichtlich zu werden. Katalogbestellung, FAQ, Filialfinder… alles dabei. Interessant wäre ein BIick auf die Schnittstelle bzw. das dahinter liegende CMS. Die Pflege der Daten hat sicher großen Anteil an der Qualität der App. Auch die Warenwirtschaft scheint angeschlossen, wobei die Aktualisierungszyklen erstmal im Verborgenen bleiben. Einen einheitlichen Prozess zur Inhalte-Konzeption und -Produktion für Magazin, Webseite und App zu definieren, war sicher eine kleine Herausforderung. Ich finde, das ist gut gelungen und das Ergebnis wirkt professionell, effizient und gleichzeitig sehr hochwertig. Schöne App! Die Schweden wissen, was sie tun!

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